Die 70er Jahre

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In diesem Jahrzehnt wurde Westeuropa, von China ( Nord- und Südkorea, Japan, Taiwan, Thailand u.a. ) ausgehend, über Nordamerika kommend, von einem gewaltigen Kampfsportboom überrannt.
Man schwebte sozusagen auf der „ Bruce-Lee-Welle“. In modernen Kampfschulen, die überallwie Pilze aus dem Boden schossen, konnte man für teures Geld Kung Fu, Taekwondo
( koreanisches Karate ), Shotokan ( japanisches Karate ), Aikido, Kendo, Thai Boxen, Jiu-Jitsu und viele andere Kampfsportarten erlernen.
Dieses Schulen verpflichteten hochgradige Meister aus den verschiedenen Bereichen des Budosports, die ihre Kampfkünste lehrten.
Die Möglichkeit täglich in den Schulen zu trainieren wurde von vielen Kampfsportbegeisterten ausgenutzt. Als Schichtdienstleistender zum Beispiel war man nicht mehr auf festgelegte Trainingszeiten angewiesen, sondern konnte gerade dann trainieren, wenn man Zeit und Lust hatte.
Dieser Boom ging natürlich nicht ganz spurlos an den Vereinen vorbei. Aufgrund des zugewiesenen Hallenplatzes und der festgelegten Zeiten war ein Schritthalten mit den Schulen nicht mehr möglich.

 Viele junge Leute kehrten dem sogenannten weichen Stil „ Judo“ den Rücken zu und wanderten ab. Es wurde von Stund an in den Schulen der harte Stil ( Kontakt beim Treten und Schlagen am Partner ) ausgeübt.
Dieser große Run zog natürlich zum Leidwesen der übrigen Bevölkerung einen negativen Touch mit sich.Jedermann konnte plötzlich erlernen, denn man bezahlte schließlich viel Geld dafür, wie man schnell und wirkungsvoll einen Anderen überwältigt und ausschaltet. Die Brutalität auf den Straßen stieg plötzlich sprunghaft an.

  So wie den vielen anderen Vereinen, die natürlich auch im Laufe der Zeit entstanden sind, erging es auch unserem Verein. Die Mitgliederzahl war rückläufig.
Diesen Interessenwechsel konnte man jedoch fast nur bei den Kampfsportbegeisterten erkennen, die noch relativ neu auf ihrem Budoweg waren. Die Älteren und Fortgeschrittenen, die ihren Weg bereits gefunden hatten, konnten nicht von den Schulen abgeworben werden.
Dieser Tatsache war u.a. zu verdanken, dass der Judosport nicht ganz aus dem Vereinsleben verschwunden war.